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Stille Welten · Photographische Werke von Rainer Gaertner

Eröffnung: Sonntag, 10. September um 12 Uhr
10. September bis 29. Oktober 2006 · dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr
Vestisches Museum Recklinghausen · Hohenzollernstraße 12 · 45659 Recklinghausen

Zur Ausstellung liegt der Photokunstkalender 2007 „Stille Welten – Photographische Werke von Rainer Gaertner“ vor. (Triplex, 63x50 cm, 34,80 Euro, Subskriptionspreis während der Ausstellung 30,- Euro)

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Bild 1
Kokerei Hansa, Dortmund: Revisionsöffnung an einem Gaskompressor
2003
135 x 116 cm

Bild 3
Kokerei Hansa, Dortmund: Gaskompressor
2003
135 x 116 cm

Bild 4
Alter Innenhafen, Duisburg: Siloanlage der Küppersmühle
2003
113 x 140 cm

Bild 2
Landschaftspark Duisburg-Nord: Stellrad an einem Kokillenwagen zur Beförderung von Flüssigstahl
2003
144 x 92,5 cm

Bild 5
Zeche Waltrop: Treibscheibe an der Fördermaschine
2004
135 x 116 cm

 

Copyright Rainer Gaertner


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STILLE WELTEN – Spuren alter Industriekultur

Sie sind Monumente, Zeugen einer vergangenen Zeit - die stillgelegten Zechen und Kokereien im Ruhrgebiet, die inzwischen zu Industriedenkmalen erklärt wurden. Hinter ihren Toren entsteht nach und nach eine wunderbare Welt im Verborgenen – eine stille Welt. Scheinbar sind sie seelenlos: diese Maschinen, Räder, Schrauben, Trossen, Winden, Kessel, Rohre, Kompressoren und Waggons. Sie sind ihres Zwecks beraubt, doch ihre Materialien leben weiter. Im Stadium des Verfalls gewinnen die "industriellen Friedhöfe" eine ganz besondere Ausstrahlung, sie werden zum Sinnbild der Vergänglichkeit.

Rainer Gaertner, einer der führenden Architektur-Photographen der Gegenwart, ist mit der Großbildkamera auf Spurensuche gegangen. Doch nicht die Gebäude selbst, vielmehr die Details sind es, die ihn an den verlassenen Industrieanlagen faszinieren. Er isoliert die Relikte früherer Produktionsprozesse vom Umfeld und vergrößert sie überdimensional. Gaertner photographiert die morbiden Fundstücke als Einzel-objekte, holt sie aus ihrer Anonymität und stilisiert sie zu Altären. Dabei formuliert er eine neue Ästhetik, die das scheinbar Wertlose, das Unbeachtete, das Vergessene aufwertet. Sein individuelles Sehen und Wiedergeben verändern den Charakter der Dinge: Die ursprüngliche Funktion eines technischen Geräts tritt in den Hintergrund, sie wird nebensächlich. Aus dem Repertoire des Zufälligen und Nebensächlichen macht der Photograph etwas Ungewöhnliches und Einzigartiges. Er zeigt in seinen Arbeiten, wie lebendig diese anscheinend leblosen Gegenstände und Orte sein können. Gleichzeitig sind seine Kompositionen eine photographische Symbiose von Still-Leben und Tod als nicht endender Zustand - sie erinnern daran, dass alles Vorhandene nur Zwischenstation und Übergang zu etwas anderem, Unbekannten ist.

Durch seine persönliche Interpretation und die Konzentration auf das Wesentliche inszeniert Gaertner fast surreal anmutende Bilder, die weit mehr sind als ästhetische Dokumente: Sie sind Gemälde von geheimnisvoller Schönheit mit Kraft und Seele. Dass seine Aufnahmen dieser wirklichen-unwirklichen Welt den Betrachter in ihren Bann ziehen, verdanken sie der Suggestivkraft des Dargestellten, den besonderen Ausschnitten, den Perspektiven, den Strukturen und vor allem dem Licht. Dabei legt sich oft eine Art Melancholie wie ein magischer Zauber über seine teils unwieder-bringlichen Motive.

In dem ungewöhnlich großen Negativformat von 8 x 10 Inches (20 x 25 cm) entstehen Aufnahmen, die durch ihre Brillanz, ihre Schärfe und ihren Detailreichtum beeindrucken… bei denen jedes Staubkorn metallisch glänzt. Mit höchster technischer Perfektion und seinem gestalterischen Können schafft Rainer Gaertner Bilder, die unabhängig von ihrem zweifellos bedeutenden kulturellen Inhalt für sich selbst genommen vollendete Kunstwerke sind. Etwa fünfzig dieser großformatigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind in der Ausstellung STILLE WELTEN – Spuren alter Industriekultur in der Zeit vom 10. September bis zum 29. Oktober 2006 im Vestischen Museum - Haus der Geschichte in Recklinghausen zu sehen zu sehen.

 

Die Vernissage, zu der jeder Interessierte herzlich eingeladen ist, beginnt am Sonntag, dem 10. September 2006, um 12 Uhr. Es begrüßt der Bürgermeister der Stadt Recklinghausen, Herr Wolfgang Pantförder; die Laudatio hält der Direktor des Kölnischen Stadtmuseums, Herr Dr. Werner Schäfke; die Ausstellung eröffnet der Leiter des Stadtarchivs Recklinghausen, Herr Dr. Matthias Kordes.


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